DAV

08.06.2026 [Leistungssport]

Hoch hinaus in Heilbronn

Der 5. Deutsche Jugendcup 2026

Nachdem es dieses Jahr bereits drei Deutsche Jugendcups (DJCs) im Bouldern und einen im Speed gab, wurde am Wochenende in Heilbronn endlich auch die nationale Lead-Saison eröffnet. Zusätzliche Spannung brachte diesmal das internationale Starterfeld, denn wie auch letztes Jahr in Augsburg waren neben den deutschen Athletinnen und Athleten einige Teilnehmende aus Slowenien und Österreich am Start. Der internationale Vergleich soll dem Bundestrainerteam helfen, das Leistungsniveau besser einzuordnen, denn neben dem Tagessieg geht es bei den DJCs auch um die Nominierungen zu den internationalen Wettkämpfen.

Aus Norddeutschland waren fünf Athletinnen und Athleten am Start: Anton Dederer, Elisa Kilian und Charlotte Rudolph in der U17 sowie Tara Kröger und Janne Eisenkolb in der U21.

Charlotte sammelte in Heilbronn ihre ersten Erfahrungen auf DJC-Ebene überhaupt. Bei ihrem Debüt in der U17 weiblich belegte sie Platz 28 in der deutschen und Platz 37 in der internationalen Wertung. Elisa konnte im letzten Jahr bereits erste DJC-Erfahrungen sammeln, stand aber in Heilbronn zum ersten Mal in diesem Jahr wieder auf der nationalen Bühne. Nach einem unglücklichen Fehlgriff am Sprung in ihrer ersten Qualifikationsroute reichte es bei ihr am Ende für Platz 21 in der deutschen Wertung und Platz 29 in der internationalen Wertung. Für Tara war Heilbronn ein besonderer Wiedereinstieg. Nach verletzungsbedingten Ausfällen und Verschiebungen in den Altersklassen war es ihr erster DJC seit 2023. Nach zwei starken Qualifikationsrouten erreichte sie am Ende Platz 12 in der deutschen Wertung und Platz 15 in der internationalen Wertung.

Bei den Jungs musste Anton lange um den Finaleinzug bangen. Am Ende reichte es aber für einen geteilten zehnten Platz und damit knapp, aber verdient, für einen Platz im Finale. Janne, der in den letzten Jahren bereits zwei Lead-DJCs gewinnen konnte, ließ in der älteren Kategorie keine solche Zweifel und kletterte sich als Viertplatzierter der deutschen Athleten souverän ins Finale.

Dort wurde dem Publikum einiges geboten. Zu den Highlights in der Finalroute der männlichen Kategorie gehörten ein Mantle zum Start, ein Sprung und eine Feet-First-Sequenz durch den steilsten Teil der Wand. Die Route war ein eindrückliches Beispiel, dafür, dass Lead-Klettern längst nicht mehr nur Ausdauer, sondern immer stärker auch koordinative und kreative Lösungen verlangt, gleichzeitig aber auch technische und taktische Fehler hart bestraft werden.

Genau das passierte Anton leider: Ein Fehler in der Beta am Start bedeutete ein frühes Ende des Finals für ihn, sodass er seine Möglichkeiten dort nicht zeigen konnte. Trotzdem bleibt der Finaleinzug ein starkes Ergebnis, besonders weil es für Anton erst das zweite Lead-Finale bei einem DJC überhaupt war. In der Endwertung belegte er Platz 11 in der deutschen und Platz 13 in der internationalen Wertung.

Janne konnte im Finale abermals seine Erfahrung demonstrieren und kletterte sich souverän durch den trickreichen unteren Teil der Route. Am Ende war ein rutschender Heelhook das Ende seines Versuchs, nur wenige Griffe entfernt von den Podiumsplätzen. Damit belegte er Platz 5 in der deutschen Wertung und Platz 7 in der internationalen Wertung. Dass Janne krankheitsbedingt etwas angeschlagen war, macht diese Leistung umso bemerkenswerter.

Der Lead-Auftakt in Heilbronn lieferte damit aus norddeutscher Sicht starke Finalplatzierungen, wichtige Wettkampferfahrung und einige Ansatzpunkte für die kommenden Wochen. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt allerdings nicht: Schon am 20. und 21. Juni geht es beim nächsten Lead-DJC in Wetzlar weiter. Dann ist auch die jüngere Altersklasse der U15 wieder mit am Start.

Janne Eisenkolb im Finale des 5. Deutschen Jugendcup 2026
Foto: Pavlo Vekla / DAV