DAV

04.05.2026 [Leistungssport]

Ausgebouldert

Der 3. Deutsche Jugendcup 2026

Am 25.04. fand in Nürnberg der 3. Deutsche Jugendcup (DJC) und der letzte in der Disziplin Bouldern der Saison statt. Da beim Auftakt in Braunschweig nur die beiden älteren Altersklassen an den Start gegangen waren, gehörte dieser Wettkampf ganz der jüngsten Altersklasse, der U15. Insgesamt 90 Athletinnen und Athleten trafen sich hier, um die nächsten Punkte im Kampf um die Deutsche Meisterschaft unter sich zu verteilen; darunter auch – wie schon in Tübingen – 10 Starterinnen und Starter aus Norddeutschland.

Bei den Jungs wurden die beiden erfahreneren Athleten Mats Justus und Arsenij Taranukha durch Justus Borges, Paul Osmer und Emil Bartels unterstützt, die erst wenige Wochen zuvor in Tübingen ihr DJC-Debüt gefeiert hatten. Am Ende reichte es bei Arsenij für 2 Tops und 4 Zonen und damit Platz 24. Mats schaffte es aufgrund verletzungsbedingter Einschränkungen leider nicht, seine Leistung aus Tübingen zu wiederholen und musste sich am Ende mit Platz 28 zufriedengeben. Paul landete mit nur einem Top, aber 5 Zonen knapp dahinter auf Platz 30. Emil tat sich mit den einfacheren Bouldern der Runde – MA1 und MB1 – schwer. Dafür schaffte er es in einem der eigentlich deutlich schwierigeren Boulder zum Top und beendete den Wettkampf damit direkt hinter Paul auf Platz 31. Justus schaffte es als einziger der „Newbies“, ebenfalls zwei Boulder zu toppen. Ohne weitere Zonen landete er damit allerdings aufgrund der Umstellung des Wertungssystems hinter Paul und Emil auf Platz 35.

Auch bei den Mädchen gingen zwei Athletinnen an den Start, die bereits im letzten Jahr am Start waren: Amelie Zgonc und Käthe Jöhnk. Dazu kamen mit Greta Bröcker, Charlotte von Henninges und Enja Brose drei Starterinnen, die in diesem Jahr zum ersten Mal auf den Boulder-DJCs unterwegs sind. Insgesamt war die Qualifikation in der weiblichen Kategorie deutlich einfacher geschraubt. Dadurch wurde der Wettkampf allerdings nicht unbedingt leichter, denn jeder Versuch zählte und jeder Fehler wurde sofort bestraft. Enja und Charlotte schafften es beide, 3 der 6 Quali-Boulder zu toppen und landeten damit wie Paul und Emil bei den Jungs auf Platz 30 und 31. Greta und Käthe schafften es noch in einem Boulder mehr an den letzten Griff, Greta musste sich allerdings aufgrund von insgesamt 32 Versuchen mit Platz 29 zufriedengeben. Käthe landete aufgrund ihrer deutlich geringeren Versuchszahl einige Ränge weiter vorne auf Platz 24. Relativ früh wurde klar, dass man für den Einzug ins Finale alle Boulder schaffen musste, und das in möglichst wenigen Versuchen – keine einfache Situation für die jungen Athletinnen. Amelie gelang jedoch genau das: Mit 6 Tops in nur 8 Versuchen sicherte sie sich souverän einen der begehrten Finalplätze. Dort reichte es am Ende in einer sehr dynamischen Runde mit 68.7 Punkten für Platz 9.

Im Gegensatz zu den beiden älteren Altersklassen wird in der U15 allerdings noch kein Titel für den Deutschen Bouldermeister vergeben. Stattdessen wird ein Gesamtsieger über alle drei Disziplinen hinweg ermittelt, der somit erst am Ende des Jahres nach dem letzten DJC feststeht.


Greta Bröcker in der Qualifikation des 3. DJC in Nürnberg
Foto: Xaver Quintus / DAV

Rückblick auf die nationale Bouldersaison

Damit geht die nationale Bouldersaison nach drei DJCs und der Deutschen Meisterschaft der Erwachsenen zu Ende. Wie jedes Mal war es ein Jahr voller starker Auftritte, knapper Entscheidungen, Erfolge, Rückschläge und vieler Momente, die in Erinnerung bleiben. Einige der Highlights gibt es hier noch einmal in Kurzfassung:

  • Beim Saisonauftakt dominieren die Athleten aus Norddeutschland die Kategorie der U21 männlich. Angeführt von Jonas Körner, der sich mit einer überragenden Leistung den Sieg in seiner Heimathalle sichert, gehen hier in beiden Runden vier der ersten fünf Plätze nach Norddeutschland.
  • Lotta Mehrländer scheitert mit zwei 4. Plätzen denkbar knapp an einer Medaille – qualifiziert sich aber mit dieser Leistung zum ersten Mal für einen internationalen Wettkampf. Durch die Qualifikation von Janne Wiethölter in der U19 waren damit beim ersten Wettkampf der European Youth Series in Soure erstmals seit 2013 zwei weibliche Athletinnen aus Norddeutschland gemeinsam bei einem internationalen Wettkampf im Einsatz.
  • Amelie Zgonc klettert sich in Tübingen zum ersten Mal in ein DJC-Finale – und wiederholt diese Leistung in Nürnberg direkt noch einmal.
  • Bei der Deutschen Meisterschaft dominiert Thorben Perry Bloem den Wettkampf über alle drei Runden hinweg und sichert sich damit seinen ersten Titel bei den Erwachsenen. Lasse von Freier schafft ebenfalls den Sprung aufs Podium, sodass die beiden Trainingspartner nach 2022 schon zum zweiten Mal gemeinsam auf dem Podium stehen.

Ausblick

Leerer wird der Wettkampfkalender allerdings nicht: Am 9. Mai geht es schon mit dem nächsten DJC weiter, diesmal in der Disziplin Speed. Am 6. Juni startet dann auch schon die Leadsaison. Außerdem stehen noch jede Menge internationale Boulderwettkämpfe an – mit reichlich norddeutscher Beteiligung. Am 9. und 10. Mai steht der nächste Wettkampf der European Youth Series in Graz (AUT) an. Nur eine Woche später geht es dann auch für die Erwachsenen mit dem zweiten Wettkampf der European Series in Liptovský Mikuláš (SVK) weiter. Eine weitere Woche später eröffnet die World Climbing Series in Bern (SUI) einen ganzen Monat voller Weltcups in Europa. Weitere anstehende Highlights sind die Jugendeuropameisterschaft in Sukoró (HUN) vom 11. bis 14. Juni, die Jugendweltmeisterschaft in Arco (ITA) vom 18. bis 25. Juli und nicht zuletzt die nur alle vier Jahre stattfindende Europameisterschaft der Erwachsenen vom 17. bis 19. Juli in Barcelona (ESP).